Influenza-Impfung für Kinder und Jugendliche
Ab Mitte Oktober bieten wir die Influenza-Impfung für die Saison 2026/27 an. Die „echte Grippe“ wird durch Influenzaviren verursacht und kann auch bei Kindern mit hohem Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl einhergehen. Möglich sind Komplikationen wie Mittelohrentzündungen oder Lungenentzündungen.
Die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammengefasst:
RKI-Faktenblatt zur Influenza-Impfung herunterladen (PDF)
Für welche Kinder empfiehlt die STIKO die Impfung?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung insbesondere für Kinder und Jugendliche, bei denen aufgrund einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören beispielsweise:
- chronische Erkrankungen der Atemwege, insbesondere Asthma bronchiale,
- chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beispielsweise hämodynamisch bedeutsame angeborene Herzfehler,
- Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen,
- chronische neurologische Erkrankungen,
- chronische Erkrankungen von Leber oder Nieren sowie
- angeborene oder erworbene Immundefekte.
Auch Kinder und Jugendliche, die im selben Haushalt mit besonders gefährdeten Personen leben und diese anstecken könnten, können unter die STIKO-Empfehlung fallen. Bei einer entsprechenden medizinischen Indikation ist die Impfung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.
Ist die Impfung auch für gesunde Kinder sinnvoll?
Für gesunde Kinder besteht in Deutschland derzeit noch keine allgemeine STIKO-Empfehlung. Wir halten die Influenza-Impfung dennoch auch für Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankung für sinnvoll. Zwar verläuft die Erkrankung bei ihnen häufig ohne schwere Komplikationen, schwere Verläufe oder eine zusätzliche bakterielle Lungenentzündung sind aber möglich.
Kinder erkranken besonders häufig an Influenza und können die Viren leicht innerhalb der Familie, in Kitas und in Schulen weitergeben. Eine Impfung schützt deshalb nicht nur das geimpfte Kind, sondern kann auch dazu beitragen, Säuglinge und andere gefährdete Kontaktpersonen zu schützen.
Auch das Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit spricht sich für eine allgemeine Influenza-Impfung aller Kinder ab sechs Monaten aus. An dieser Stellungnahme waren unter anderem Fachleute aus dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) und mehreren pädiatrischen Fachgesellschaften beteiligt. Die STIKO prüft derzeit erneut, ob künftig eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen werden soll.
Wie gut schützt die Impfung?
Die Wirksamkeit der Influenza-Impfung ist von Saison zu Saison unterschiedlich. Sie hängt insbesondere davon ab, wie gut die im Impfstoff enthaltenen Virusvarianten zu den tatsächlich zirkulierenden Influenzaviren passen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Schutzwirkung ungefähr zwischen 20 und 60 Prozent.
Auch wenn die Impfung eine Erkrankung nicht immer vollständig verhindern kann, ist sie der beste verfügbare Schutz vor Influenza und kann das Risiko schwerer Verläufe und von Komplikationen verringern. Der Impfschutz entwickelt sich in der Regel innerhalb von etwa 10 bis 14 Tagen.
Wie viele Impfungen werden benötigt?
- Kinder unter 9 Jahren, die erstmals im Leben gegen Influenza geimpft werden, benötigen zwei Impfstoffdosen im Abstand von vier Wochen.
- Ab einem Alter von 9 Jahren genügt grundsätzlich eine Impfstoffdosis pro Saison.
- Auch bei Kindern, die bereits in einer früheren Saison gegen Influenza geimpft wurden, ist in der Regel nur eine Dosis erforderlich.
Da sich die zirkulierenden Influenzaviren verändern können, wird der Impfstoff regelmäßig angepasst. Die Impfung muss deshalb jedes Jahr erneuert werden.
Impfung als Spritze oder Nasenspray?
Der inaktivierte Influenza-Impfstoff wird gespritzt und ist ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen. Für Kinder und Jugendliche von 2 bis 17 Jahren steht alternativ ein abgeschwächter Lebendimpfstoff als Nasenspray zur Verfügung.
Eine allgemeine Bevorzugung des Nasensprays gibt es nicht. Bei ausgeprägter Spritzenangst oder einer Gerinnungsstörung kann es eine gute Alternative sein. Das Spray wird auf beide Nasenlöcher verteilt und kann von manchen Kindern ebenfalls als unangenehm empfunden werden. Als Reaktion können vorübergehend eine laufende oder verstopfte Nase auftreten.
Bei schwerem Asthma, Immundefizienz oder einer Behandlung mit Salicylaten ist der nasale Lebendimpfstoff nicht beziehungsweise nicht ohne besondere ärztliche Prüfung geeignet. Welcher Impfstoff für Ihr Kind infrage kommt, besprechen wir gerne mit Ihnen.
Kosten und Terminvereinbarung
Bei einer STIKO-Indikation übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Bei gesunden Kindern ist die Impfung in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Einige Krankenkassen erstatten die Kosten jedoch freiwillig – eine vorherige Nachfrage kann sich daher lohnen.
Für Selbstzahler entstehen einschließlich Impfstoff voraussichtlich Gesamtkosten von etwa 57 Euro für die Spritze beziehungsweise etwa 69 Euro für den nasalen Impfstoff. Die tatsächlichen Apothekenpreise können abweichen. Werden bei einer erstmaligen Impfung zwei Dosen benötigt, fallen die Kosten für beide Impfungen an.
Impftermine können online vereinbart werden. Bei einer Selbstzahlerimpfung stellen wir den Impfstoff vorab auf einem Privatrezept aus. Er muss zum Termin mitgebracht oder nach vorheriger Absprache von der Apotheke an die Praxis geliefert werden. Bitte nehmen Sie hierfür rechtzeitig Kontakt mit uns auf.
Wir beraten Sie gerne dazu, ob die Influenza-Impfung für Ihr Kind empfohlen oder sinnvoll ist und welcher Impfstoff infrage kommt.
Weitere Informationen
- Influenza-Impfung beim Robert Koch-Institut
- Grippe bei Kindern – kindergesundheit-info.de
- Diskussion über die Influenza-Impfung aller Kinder – tagesschau.de
Letzte redaktionelle Prüfung: 07.10.2026
