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Schwindel und Ohnmachtsanfälle

Wenn plötzlich alles schwarz wird…

Kinder und Jugendliche klagen relativ häufig über Schwindel, Flimmern vor den Augen oder ein kurzes „Schwarzwerden“. Diese Beschwerden treten häufig gemeinsam mit Übelkeit, Herzrasen oder einem Hitzegefühl auf. In manchen Fällen kann es sogar zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit (Synkope) kommen. Auch wenn solche Ereignisse beunruhigend wirken, sind sie in der Regel harmlos. Gelegentlich können sie jedoch Hinweise auf Herzrhythmusstörungen oder unerkannte Herzfehler sein.

Was ist eine Synkope (Ohnmacht)?

Bei einer Synkope handelt es sich um einen kurzzeitigen, plötzlichen Bewusstseinsverlust, der durch eine Minderdurchblutung des Gehirns ausgelöst wird. Die oder der Betroffene sackt in der Regel schlaff zusammen und ist für wenige Sekunden bis Minuten nicht ansprechbar. Häufig bessert sich der Zustand rasch durch die liegende Position, da dadurch die Durchblutung des Gehirns wieder steigt.

Typisches Alter und besondere Formen

  • Besonders häufig im Alter zwischen 10 und 16 Jahren
  • Auch bei kleineren Kindern möglich
  • Sonderform: sogenannte Affektkrämpfe bei Kleinkindern (6–18 Monate)

Wichtig: Auch wenn eine Ohnmacht dramatisch wirkt – in den meisten Fällen ist sie ungefährlich und Ausdruck einer vorübergehenden Kreislaufregulationsstörung.

Häufige Ursachen für Schwindel und Ohnmacht

Kreislaufregulationsstörungen (orthostatische Dysregulation)

Beschwerden beim Aufstehen oder nach langem Stehen mit typischen Begleiterscheinungen wie Schwindel, Flimmern, Übelkeit oder Hitzegefühl.

Reflexvermittelte Synkopen

Ausgelöst durch Schmerzen, Stress, Kälte oder Erschrecken, z. B. bei oder nach Blutabnahmen.

Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom (POTS)

Herzfrequenzerhöhung nach dem Aufstehen ohne gleichzeitigen Blutdruckabfall.

Kardiologische Ursachen (selten)

Herzrhythmusstörungen, strukturelle Herzfehler oder Durchblutungsstörungen, die ärztlich ausgeschlossen werden sollten.

Weitere mögliche Ursachen

Neurologisch: z. B. Epilepsie, Migräne
Psychovegetativ: bei Stress, Angst, Essverhalten

Welche Rolle spielt der Schwindel?

Schwindel kann ein Frühwarnzeichen einer Kreislaufstörung sein – und eine Chance: Wer Schwindel als Vorboten erkennt, kann durch angepasstes Verhalten weitere Synkopen vermeiden. Auch bei wiederholtem Schwindel kann eine kardiologische Abklärung sinnvoll sein.

Warum die genaue Beschreibung so wichtig ist

Kinder können ihre Beschwerden oft schwer einordnen. Deshalb ist es hilfreich, wenn Eltern auf folgende Punkte achten:

  • Auslöser der Beschwerden (z. B. Situationen, Tageszeit, Emotionen)
  • Ablauf und Dauer
  • Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Blässe, Schwitzen

Wir nehmen uns in unserer Praxis viel Zeit für das Gespräch mit Ihnen und Ihrem Kind – denn es ist ein zentraler Bestandteil der Diagnostik.

Wann und welchen Termin buchen?

Wenn Ihr Kind unter Schwindel oder einer Ohnmacht leidet, vereinbaren Sie bitte einen kardiologischen Untersuchungstermin:

  • Kardiologische Neuvorstellung
  • Kardiologische Verlaufskontrolle (bei Kontrolle-Termin)

 

Bitte nutzen Sie hierfür unser Buchungsportal bei Doctolib.

Welche Untersuchungen führen wir durch?

Zur Abklärung von Synkopen gehören je nach Befund:

  • Klinische Untersuchung mit Anamnese
  • Ruhe-EKG
  • Blutdruckmessung
  • Echokardiographie (Herzultraschall)

 

Bei Bedarf ergänzend:

  • Langzeit-EKG
  • Langzeit-Blutdruckmessung
  • Belastungsuntersuchung
  • Schellong-Test (Blutdruckmessung im Stehen/Liegen)

 

Tipp: Wenn sie sich über die Untersuchungsmethoden informieren möchten, finden Sie Informationen im Abschnitt Leistungen - Untersuchungsmethoden Kardiologie.

Die Ergebnisse besprechen wir gemeinsam ausführlich mit Ihnen. In vielen Fällen ist keine medikamentöse Therapie notwendig – Aufklärung und Verhaltenstipps genügen oft.

Verhaltenstipps und Merkblatt

Viele Beschwerden verschwinden mit zunehmendem Alter. Um neue Episoden zu vermeiden, helfen einfache Verhaltensregeln. Diese stellen wir Ihnen nach der Untersuchung auch gerne als Merkblatt zur Verfügung.

📄 Verhaltensregeln nach Synkope – Merkblatt (PDF)

Quellen und weiterführende Informationen mit Links

 

Letzte redaktionelle Prüfung am: 01.07.2025.

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