Logo Praxis Kind & Herz
Kinder- und Jugendmedizin | Neonatologie
Kinderkardiologie | Angeborene Herzfehler
Zertifizierte EMAH-Schwerpunktpraxis (DGK)
Termin online buchen
Doctolib

Fieberkrampf

Was kennzeichnet einen Fieberkrampf?

  • Krampfanfall im Rahmen  eines hochfieberhaften Infekten bei Kindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren

  • Typischerweise im Fieberanstieg

  • Kinder haben (meist) keine Vorerkrankungen und sind altersgemäß entwickelt
  • Häufigste Form der Gelegenheitskrämpfe (jedes 20. Kind)

  • genetische Veranlagung möglich - oft sind weitere Familienmitglieder betroffen

Wie läuft ein Fieberkrampf ab?

  • Abwesenheit / Bewusstseinsverlust

  • Augen meist offen, starrer Bick oder nach oben verdreht

  • Blaufärbung im Bereich des Gesichtes, oft unm den Mund

  • Muskelanspannung („Kind macht sich steif“) oder Tonusverlust („Kind ist schlaff“)

  • Meist spontane und rasche Erholung

  • Anschließend Schläfrigkeit

  • .90 % der Krämpfe hören nach wenigen Minuten von selbst auf

Wichtig: Fieberkrämpfe führen - auch wenn sie bedrohlich aussehen - nicht zu einer Schädigung des Gehirns!

Welche Arten von Fieberkrämpfen unterscheidet man?

Man unterscheide unkomplizierte (einfache) von komplizierten Fieberkrämpfen

  • Unkompliziert:

    Weniger als 15 Minuten Dauer (Zeit stoppen!), generalisierter bzw. symmetrischer Anfall , nicht mehr als ein Krampfanfall innerhalb von 24 Stunden, Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren
  • Kompliziert:

    Mehr als 15 Minuten Dauer, fokaler Anfall (asymmetrischen Zuckungen, Lähmungen Sprechstörungen u.ä.), mehrere Krampfanfälle innerhalb von 24 Stunden, Alter unter 6 Monaten oder über 5 Jahren

     
Etwa 2 von 3 KIndern haben Kinder einen einfachen Fieberkrampf der 3 bis 4 Minuten dauert

Welche Untersuchungen sind notwendig?

  • Fokussuche mittels körperlicher Untersuchung: Luftwegsinfekt? Magen-Darm-Infektion?

  • Blultuntersuchung (Blutbild, Entzündungswerte), Urinuntersuchung, bei Kindern unter 1 Jahr auch Hirnwasser-Untersuchung

  • Hirnstrommessung (EEG) bei kompliziertem oder wiederholtem Fieberkrampf, je nach Befund Kernspintomographie des Gehirns ('Röhrenuntersuchung')

Welche Therapie wird notwendig?

  • Stationäre Überwachung bei erstem Fieberkrampf aufgrund des Wiederholungsrisikos innerhalb der nächsten 24 Stunden

  • Bei einmaligem Anfall = Gelgenheitsanfall: keine Therapie

  • Wenn der Krampfanfall nicht von allein aufhört, ggf. Verabreichung eines krampflösenden Medikamentes

  • Zur Vorbeugung  weitere Fieberkrämpfe erhalten die Eltern ein krampflösendes Medikament (Saft oder Rektiole), welches sie geben, können, falls ein erneuter Fieberkrampf auftritt und nach 3 Minuten nicht von alleine aufhört

  • Vorzeitiges Senken des Fiebers mit Ibuprofen oder Paracetamol ABER: oft nicht hilfreich, da der Krampfanfall durch den sehr schnellen Fieberanstieg ausgelöst wird und dieser oft das erste Anzeichen eines hochfieberhaften Infektes ist

Wie sollten Sie sich verhalten?

  • Am wichtigsten ist es, die Ruhe zu bewahren!

  • Teilen Sie sich auf: ein Elternteil bleibt beim Kind, beobachtet die Situation und leitet die Maßnahmen ein (s.u.) und die zweite Person  informiert den Rettungsdienst (112)

  • Schauen Sie auf die Uhr, um die Dauer des Fieberkrampfes zu dokumentieren

  • Lagern Sie Ihr Kind so, dass es sich nicht verletzt kann (weiche Unterlage, ggf. Seitenlage)

  • Geben Sie nichts zu Essen oder zu Trinken (Erstickungs- bzw. Verschluckungs-Gefahr)

  • Anfall gut beobachten
    • An welchem Körperteil findet der Krampf statt?
    • Auf welcher Seite hat er begonnen?
    • Wie lang war der Krampf?
    • Ggf. mit  dem Smartphone aufnehmen
  • Nach dem Krampfanfall Fieber messen, am besten im Po (rektal)

 

Achtung: eine frühzeitige Fiebersenkung kann einen weiteren Fieberkrampf oft nicht verhindern, da der schnelle Fieberanstieg oft das ERSTE Infektsymptom ist!

 

Quelle: https://www.dgkj.de/eltern/dgkj-elterninformationen/elterninfo-fieberkrampf/

 

zurück