Kopfläuse bei Kindern
Alles über die kleine Plagegeister und wie man sie wieder los wird!
Kopfläuse sind weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich von Mensch zu Mensch. Dazu ist ein enger Haar-zu-Haar-Kontakt notwendig, da die Läuse weder springen noch fliegen können. Daher wird die Verbreitung insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche begünstigt.
Wann müssen Sie an Kopfläuse denken?
Wenn sich Ihr Kind häufig am Kopf kratzt und über verstärken Juckreiz klangen, sollten Sie Haare und Kopfhaut gründlich auf Kopfläuse untersuchen. Dazu das Haar Strich für Strich scheiteln und unter einer Lampe und ggf. unter Zuhilfenahme einer Lupe untersuchen. Kleine rote Punkte insbesondere im Bereich der Schläfen, Ohren und im Nacken können ein erster Hinweis sein.
Bei sehr starkem Befall kann man die Läuse auf dem Kopf krabbeln sehen. Besonders sollte man aber auf Nissen (Läuseeiern) achten, die weiß sind und an den Haaren kleben.
Um eine sichere Diagnose stellen zu können, sollte man die Kinder mi einer handelsüblichen Pflegespülung shampoonieren und anschließend die Haare (vor dem Auswaschen der Spülung!) mit einem Läusekamm vom Haaransatz zu den Haarspitzen durchkämmen. Wenn man den Läusekamm nach jedem Durchziehen mit einem weißen Tuch oder Papier abwischt, kann die Läuse auf dem Tuch/Papier erkennen.
Sollten Sie bei Ihren Kindern Kopfläuse entdecken, ist eine sofortige Behandlung erforderlich, um eine weitere Ausbreitung und Übertragung auf andere Personen zu vermeiden
Behandlung
Die Standard-Therapie erfolgt lokal mit einem entsprechenden Kopflausmittel. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Substanzgruppen
- Insektengifte, die entweder aus Chrysanthemen gewonnen (Pyrethrum) oder künstlich hergestellt werden (Pyrethroide Permethrin, Allethrin). Diese Wirkstoffe töten die Läuse durch Schädigung des Nervensystems ab. Leider gibt es für diese Substanzen erste Hinweise auf Resistenzentwicklungen. Bekannte Präparate aus dieser Kategorie sind Goldgeist Forte®, Infectopedicul® und Jacutin Pedicul Spray
- Mittel auf Basis des Silikonöls Dimeticon verdrängen den Sauerstoff aus. Dimeticon gilt dabei als ungiftig und Resistenzen sind nicht bekannt. Nyda ist das bekannteste Präparat aus dieser Gruppe (weitere sind: EtoPril, Jacutin Pedicul Fluid). Bitte beachten: NYDA Läusespray ist bedingt erstattungsfähig (kann auf Rezept für Kinder unter zwölf Jahren verordnet werden NYDA Express kann nicht verordnet werden
Bitte Beachten: es muss unbedingt eine zweite Behandlungsrunde am Tag 9-10 erfolgen!! Grund: nicht erfasste Larven können am 7. bzw. 8. Tag nachschlüpfen und ab dem 11. Tag bereits neue Eier ablegen.
Empfohlenes Behandlungsschema
- Tag 1: Mit einem Kopflausmittel behandeln und anschließend nass auskämmen,
- Tag 5: Haare mit Pflegespülung shampoonieren und nass auszukämmen. Dieser Zwischenschritt dient dazu, früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil werden.
- Tag 9-10: Zweiter Behandlungszyklus mit demselben Insektizid, um spät geschlüpfte Larven abzutöten,
- Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen des mit Pflegespülung schamponierten Haares
- Tag 17: evtl. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.
Mögliche Fehler in der Behandlung...
....die das Überleben nicht nur von Eiern, sondern auch von Larven oder Läusen begünstigen:
- zu kurze Einwirkzeiten,
- zu sparsames oder ungleichmäßiges Auftragen des Mittels,
- das Unterlassen der Wiederholungsbehandlung
Einen Zeitplan für die Behandlung bei Kopflausbefall können Sie hier direkt oder auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herunterladen.
Eine weitere Methode ist ein „feuchtes Auskämmen“ entsprechender nachfolgender Anweisung:
- Haarwäsche mit einem normalen Haarshampoo
- Großzügiges Auftragen einer Pflegespülung, um die Haare zu glätten und entwirren
- Durchkämmen der Haare mit einem Kamm mit groben Zinken
- Bei problemlosen Kämmen ohne ‚Ziepen‘ Wechsel auf Läusekamm: Durchziehen der Haarsträhnen bis zum Ende
- Systematisches Durchkämmen der Haare: Nach jeder Strähne Suchen nach Läusen oder Nissen und Entfernen dieser vom Kamm
- Abspülen der Spülung mit reichlich Wasser bis zu 30 Minuten
- Anschließend nochmals systematisches Durchkämmen der Haare, um ggf. verbliebene Läuse zu entfernen.
Einen Zeitplan für die Behandlung bei Kopflausbefall können Sie hier direkt oder auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herunterladen.
Müssen auch Familienmitglieder (Geschwister, Eltern) behandelt werden?
Ja, sehr wichtig: untersuchen und behandeln Sie alle Familienmitglieder, um definitiv sicherzustellen, dass Ihre Familie läusefrei wird.
Müssen alle Nissen entfernt werden?
Versuchen Sie beim Auskämmen nicht nur alle Läuse zu erwischen, sondern auch möglichst viele Nissen. Das kann mühsam sein, denn die kleinen weißen Eier sind weniger als 1mm groß. Hartnäckige Nissen lassen sich ggf. nur mit den Fingernägeln entfernen. Das Entfernen der Nissen ist zu empfehlen, da nach 7-10 Tagen aus dem Ei eine Larve schlüpft, die dann nach weiteren 7-10 Tagen ausgewachsen ist. Die weiblichen Läuse beginnen dann kurze Zeit später wieder mit dem Eierlegen…
Welche Maßnahmen sind überflüssig?
Kopfläuse leben nur auf dem Kopf des Menschen. Sie krabbeln nicht in die Kleidung oder Bettwäsche, um auf neue Opfer zu warten. Denn ohne regelmäßige Nahrung verhungern sie nach 2–3 Tagen. Durch aufwendige Reinigungsmaßnahmen bekämpfen Sie die Kopflaus nicht! Weder das Waschen der gesamten Kleidung im Kleiderschrank noch das Tiefgefrieren aller Kuscheltiere Ihrer Kinder ist sinnvoll! Ein solcher Putzaufwand sorgt nur für unnötigen Stress in der Familie.
Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten oder in die Schule?
Die einmalige Behandlung mit einem geeigneten Kopflausmittel reicht aus, um alle erwachsenen Läuse zu töten. Nur diese können übertragen werden. Deshalb genügt es den meisten Kindergärten/Schulen, wenn die Eltern bescheinigen, dass sie die Behandlung durchgeführt haben. Eine entsprechende Bescheinigung können sie hier herunterladen.
In diesem Fall darf das Kind schon am Tag nach der Behandlung wieder zurück in den Kindergarten/die Schule! Allerdings wird dabei vorausgesetzt, dass die Eltern eine zweite Behandlung nach 8–10 Tagen durchführen werden. Alte, leere Eihüllen (Nissen) sind übrigens kein Grund, dem Kind den Besuch der Schule oder des Kindergartens zu verbieten. Von ihnen geht keine Gefahr mehr aus.
