Krätze (Skabies) bei Kindern
Krätze, medizinisch Skabies genannt, ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Krätzmilben verursacht wird. Sie hat nichts mit mangelnder Körperhygiene zu tun und kann grundsätzlich jeden treffen. Typisch ist ein ausgeprägter Juckreiz, der besonders nachts stärker wird.
Wie wird Krätze übertragen?
Krätzmilben werden hauptsächlich durch längeren und engen Hautkontakt übertragen. Bei der gewöhnlichen Krätze ist dafür in der Regel ein großflächiger Hautkontakt über mehrere Minuten erforderlich, zum Beispiel beim Kuscheln, gemeinsamen Schlafen oder bei der Körperpflege kleiner Kinder.
Wichtig zu wissen:
- Kurzes Händeschütteln oder eine kurze Umarmung führen normalerweise nicht zu einer Ansteckung.
- Eine Übertragung über Kleidung, Bettwäsche oder andere Gegenstände ist bei der gewöhnlichen Krätze möglich, aber deutlich seltener.
- Nach einer erstmaligen Ansteckung können mehrere Wochen vergehen, bevor Beschwerden auftreten. Auch vorher können die Milben bereits weitergegeben werden.
Woran erkennt man Krätze?
Typisch ist ein starker Juckreiz, der nachts häufig besonders ausgeprägt ist. Auf der Haut können kleine gerötete Knötchen oder Bläschen, Kratzspuren und manchmal feine Milbengänge sichtbar sein.
Häufig betroffene Hautstellen sind:
- Finger- und Zehenzwischenräume,
- Handgelenke und Knöchel,
- Achseln und Nabelregion,
- Gesäß sowie Leisten- und Genitalbereich.
Bei Säuglingen und kleinen Kindern können zusätzlich Kopfhaut und Gesicht sowie Handflächen und Fußsohlen betroffen sein.
Die Diagnose ergibt sich häufig bereits aus den typischen Beschwerden und Hautveränderungen sowie der Frage, ob weitere Familienmitglieder oder enge Kontaktpersonen unter Juckreiz leiden. Bei Bedarf können verdächtige Hautstellen mit einem Dermatoskop untersucht oder die Milben direkt nachgewiesen werden.
Wie wird Krätze behandelt?
Bei Kindern wird häufig eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin verwendet. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, dass die Creme sorgfältig auf alle vorgesehenen Hautbereiche aufgetragen wird und ausreichend lange einwirkt.
Wichtig bei der Behandlung mit Permethrin:
- Creme sorgfältig auf alle vorgesehenen Hautbereiche auftragen.
- Finger- und Zehenzwischenräume, Nagelbereiche, Bauchnabel, Gesäßfalte, Genitalregion und Fußsohlen nicht vergessen.
- Bei Säuglingen und kleinen Kindern auch Hals, Gesicht, Ohren und Kopfhaut mitbehandeln; den Bereich unmittelbar um Augen und Mund aussparen.
- Werden die Hände während der Einwirkzeit gewaschen, müssen sie anschließend erneut eingecremt werden.
- Permethrin in der Regel 8–12 Stunden einwirken lassen und anschließend abwaschen.
- Danach frische Kleidung anziehen und die Bettwäsche wechseln.
- Die Behandlung nach 7–10 Tagen wiederholen.
Bitte halten Sie sich an den für Ihr Kind festgelegten Behandlungsplan. In bestimmten Situationen kommen andere Medikamente infrage, beispielsweise Ivermectin als Tablette. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter und Gewicht des Kindes sowie von der individuellen Situation ab.
Kontaktpersonen gleichzeitig behandeln
Eine erneute gegenseitige Ansteckung lässt sich nur vermeiden, wenn enge Kontaktpersonen berücksichtigt werden.
Als enge Kontaktpersonen gelten insbesondere Personen, mit denen längerer und enger Hautkontakt bestand, zum Beispiel:
- beim gemeinsamen Schlafen,
- beim längeren Kuscheln oder
- bei der Körperpflege.
Enge Kontaktpersonen sollten möglichst gleichzeitig behandelt werden, auch wenn sie noch keine Beschwerden haben. Kurze alltägliche Kontakte wie Händeschütteln oder eine kurze Begrüßungsumarmung gelten bei gewöhnlicher Krätze dagegen normalerweise nicht als enger Kontakt.
Enger Hautkontakt zu anderen Personen sollte bis zum Abschluss der Behandlung zunächst vermieden werden.
Was muss zu Hause beachtet werden?
Eine aufwendige Reinigung oder Desinfektion der gesamten Wohnung ist bei gewöhnlicher Krätze nicht erforderlich. Wichtig sind vor allem Kleidung, Bettwäsche, Handtücher und Gegenstände, mit denen längerer Hautkontakt bestand.
- Waschen: Kleidung, Bettwäsche und Handtücher möglichst bei mindestens 50 °C für mindestens 10 Minuten waschen oder entsprechend heiß trocknen.
- Nicht waschbare Textilien: für mindestens 72 Stunden bei Raumtemperatur in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahren.
- Nach der Behandlung: frische Kleidung anziehen und das Bett frisch beziehen.
- Polstermöbel und textile Flächen: Flächen, auf denen längerer Kontakt mit bloßer Haut bestand, können abgesaugt werden.
Gegenstände, mit denen nur kurz Kontakt bestand, müssen normalerweise nicht besonders behandelt werden.
Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?
Kinder mit Krätze oder einem entsprechenden Verdacht dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung zunächst nicht besuchen.
Nach einer ordnungsgemäß durchgeführten ersten äußerlichen Behandlung ist der Besuch bei gewöhnlicher Krätze in der Regel wieder möglich. Nach einer Behandlung mit Ivermectin sollte eine Wartezeit von 24 Stunden eingehalten werden.
Die Kita oder Schule sollte über die Erkrankung informiert werden. Im Einzelfall können zusätzliche Vorgaben der Einrichtung oder des Gesundheitsamtes gelten.
Juckreiz nach der Behandlung
Auch nach erfolgreicher Behandlung kann der Juckreiz noch einige Zeit anhalten. Die Haut und das Immunsystem reagieren weiterhin auf Bestandteile der Milben, obwohl diese bereits abgetötet wurden. Anhaltender Juckreiz bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Behandlung nicht erfolgreich war.
Eine rückfettende Hautpflege kann die gereizte Haut unterstützen. Bei stärkerem Juckreiz oder ausgeprägten Hautveränderungen kann zusätzlich eine ärztlich abgestimmte Behandlung sinnvoll sein.
Eine erneute ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn
- neue typische Hautveränderungen auftreten,
- die Beschwerden deutlich zunehmen oder
- Zweifel am Behandlungserfolg bestehen.
Weiterführende Informationen
- Robert Koch-Institut: Skabies (Krätze)
- Gesundheitsportal des Bundes: Krätze
- infektionsschutz.de: Krätze (Skabies)
Letzte redaktionelle Prüfung am: 29.09.2026.
