Madenwürmer, auch Oxyuren genannt, sind bei Kindern häufig. Besonders oft betroffen sind Kinder im Alter zwischen etwa 4 und 11 Jahren. In diesem Alter begünstigen enge soziale Kontakte, das In-den-Mund-Nehmen von Gegenständen sowie unzureichendes Händewaschen die Übertragung. Auch Nägelkauen und Kratzen im Analbereich können eine erneute Ansteckung erleichtern.
Ein Madenwurmbefall ist unangenehm, lässt sich aber in den allermeisten Fällen gut behandeln. Entscheidend sind eine passende medikamentöse Therapie, die Wiederholung der Behandlung zum empfohlenen Zeitpunkt und konsequente Hygienemaßnahmen im Alltag.
Woran erkennt man Madenwürmer?
Typisch ist vor allem Juckreiz am After, besonders nachts. Manchmal sind auch kleine, weißliche, reiskornähnliche Würmer im Stuhl oder im Bereich des Afters sichtbar.
Zur Diagnosesicherung kann morgens vor dem Waschen und vor dem Stuhlgang ein Tesafilm-Abklatsch im Analbereich durchgeführt werden. Dabei können die typischen Wurmeier nachgewiesen werden. Einen Objektträger geben wir Ihnen bei Bedarf gerne mit.
Wie werden Madenwürmer übertragen?
Die Übertragung erfolgt meist über die Hände. Nach dem Kratzen im Analbereich können Wurmeier an den Fingern haften bleiben und anschließend über den Mund wieder aufgenommen werden. Auch verunreinigte Gegenstände, Textilien oder Oberflächen können zur Weitergabe beitragen. So kann es leicht zu einer Selbstansteckung oder zur Übertragung innerhalb der Familie kommen.
Was ist im Alltag wichtig?
Neben der Behandlung mit Medikamenten sind sorgfältige Hygienemaßnahmen besonders wichtig. Sie helfen, eine erneute Infektion zu vermeiden und die Weitergabe in der Familie zu reduzieren.
Empfohlen wird:
- Hände nach dem Stuhlgang und vor dem Essen gründlich mit Seife zu waschen
- Nägelkauen möglichst zu unterbinden
- Fingernägel kurz zu schneiden und regelmäßig zu reinigen
- Unterwäsche täglich zu wechseln und bei mindestens 40 °C zu waschen
- Handtücher und Waschlappen personenbezogen zu verwenden
- Bettwäsche nach der Behandlung zu wechseln
- die Analregion täglich zu waschen, besonders morgens nach dem Aufstehen
- die Haut im Analbereich bei Bedarf mit einer Zinksalbe zu pflegen
- Haushaltsmitglieder mit zu behandeln, wenn dies ärztlich empfohlen wird
- alle Beteiligten über Übertragungswege und Hygienemaßnahmen zu informieren
Wie werden Madenwürmer behandelt?
Zur Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Welche Therapie geeignet ist, hängt vom Alter des Kindes, vom Verlauf und von der individuellen Situation ab. In vielen Fällen ist eine Wiederholungsbehandlung nach 14 und 28 Tagen sinnvoll, um auch neu geschlüpfte Würmer sicher zu erfassen.
Mögliche Medikamente
Helmex® (Pyrantelembonat)
- häufig bei Erstbefall
- Dosis: 10 mg/kg Körpergewicht als Einmalgabe
- zugelassen ab dem 7. Lebensmonat
- Wiederholung nach 14 und 28 Tagen
Molevac® (Pyrviniumembonat)
- ebenfalls bei Erstbefall möglich
- Dosis: 5 mg/kg Körpergewicht als Einmalgabe
- zugelassen ab dem 4. Lebensmonat
- Wiederholung nach 14 und 28 Tagen
Vermox® (Mebendazol)
- bei Erstbefall oder chronisch wiederkehrendem Verlauf
- bei Erstbefall: 100–200 mg als Einmalgabe
- zugelassen ab 2 Jahren
- Wiederholung nach 14 und 28 Tagen
- bei chronisch wiederkehrendem Verlauf: Wiederholung alle 14 Tage über einen Zeitraum von 16 Wochen
Wie sind die Aussichten?
Mit einer geeigneten antiparasitären Therapie und konsequenten Hygienemaßnahmen lässt sich ein Madenwurmbefall in den allermeisten Fällen erfolgreich behandeln. Dadurch können auch wiederholte Infektionen und Selbstansteckungen deutlich reduziert werden.
Wenn es dennoch immer wieder zu neuen Infektionen kommt, ist die Mitbehandlung aller im Haushalt lebenden Personen häufig wichtig für einen langfristigen Therapieerfolg. Ein offener Umgang mit dem Thema kann außerdem helfen, Infektionsketten in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten oder Schule zu unterbrechen.
Wann sollten Sie sich erneut bei uns melden?
Bitte melden Sie sich erneut in unserer Praxis, wenn der Juckreiz trotz Behandlung anhält, Beschwerden wiederkehren oder Unsicherheit bezüglich der Durchführung der Therapie besteht. Auch bei wiederholten Infektionen beraten wir Sie gerne zum weiteren Vorgehen.
Quellen
Diagnostik und Therapie des Madenwurmbefalls - Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 213-9; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0213
Weiterführende Informationen
Gesundheitsinformation.de - Würmer bei Kindern (Madenwürmer)
Kindergesundheit-info.de - Madenwürmer bei Kindern
Letzte redaktionelle Prüfung am: 23.03.2026.
